Brauprozess

 

„Man könnte froh sein, wenn die Luft so rein wäre, wie das Bier." (Richard von Weizsäcker)

Wie schafft man es, aus nur vier Zutaten eine solche Sortenvielfalt herzustellen? Das ist Kunst! Das Bierbrauen ist einerseits sehr kompliziert und doch ganz einfach. Über die Kunst des Brauens möchten wir Ihnen ein wenig erzählen. Wir zeigen Ihnen, wie unsere hochwertigen Biere mit moderner Technik und trotzdem auf ganz natürliche Weise, gebraut werden.

„Nur Wasser trinkt der Vierbeiner, der Mensch findet's Bier feiner." (Heinz Erhardt)

Unsere Biere sind der pure Genuss! Neben höchsten Qualitätsansprüchen sorgt dafür vor allem das Reinheitsgebot für deutsches Bier. Dies ist übrigens die älteste lebensmittelrechtliche Vorschrift der Welt und wurde am 23. April 1516 in Ingolstadt von Herzog Wilhelm IV. erlassen - und gilt bis heute.

Wir können mit Stolz sagen, dass unser Bier ein natürliches und reines Produkt ist und bleibt. Noch im Mittelalter war das anders. Es wurde so manch üble Zutat ins Bier gemischt. Ochsengalle, diverse Kräuter, ja sogar Pech und Ruß fanden im Mittelalter ihren Weg ins Bier. Diesem Treiben hat der bayrische Herzog mit dem Erlass des Reinheitsgebotes Gott sei Dank ein Ende bereitet.

Seit nahezu 500 Jahren darf Bier ausschließlich aus Wasser, Hopfen, Malz und Hefe gebraut werden.

"Wer kein Bier hat, hat nichts zu trinken." (Martin Luther)

Im Reinheitsgebot selbst steht allerdings nichts von Hefe. Diese wurde in der Urfassung nicht erwähnt, weil sich die Hefesporen überall in der Luft befinden. Die Gärung wurde eher zufällig ausgelöst - mit wenig stabilen Geschmacksergebnissen. Die Erforschung und Züchtung reiner Hefen erfolgte erst im 19. Jahrhundert.

Vier Zutaten

Das Wasser

Unser gutes Brauwasser ist der Hauptbestandteil unserer Biere. Es wird besonders hochwertiges Wasser verwendet, das Hofbrauhaus besitzt sogar einen eigenen Brunnen.

"Wo man Bier braut, da lässt sich's gut leben!"

(Sprichwort aus Tschechien)

Das Malz

Braumalz gibt dem Bier seine Geschmacksfülle und die Farbe. Malz entsteht durch das Keimen von Getreide. Für Weißbier wird Weizen verwendet, unsere anderen Sorten enthalten Gerstenmalz.

"Auch Wasser wird zum edlen Tropfen, mischt man es mit Malz und Hopfen"

(Verfasser unbekannt)

Der Hopfen

Hopfen gibt dem Bier sein spezielles Aroma und den herben Geschmack. Selbst die feste Schaumkrone verdanken wir unter anderem dem Hopfen. Zudem erhöht der Hopfen - ganz natürlich und ohne Zusätze - die Haltbarkeit des Bieres. Je nach Sorte gibt der Brauer 100 bis 400 Gramm Hopfen auf einen Hektoliter Bier. Die etwas herberen Biere (wie z.B. das Pils) werden dementsprechend stärker gehopft als die weniger herben Biere. Das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiete der Welt - die Hallertau - liegt nur wenige Kilometer von unserer Braustätte entfernt.

"Hätt' Adam unser Bier besessen, hätt' er den Apfel nie gegessen."

(Trinkspruch)

Die Hefe

Hefe bringt die aus dem Malz hergestellte Bierwürze zum Gären. Bei der Gärung entstehen Kohlensäure und Alkohol. Ohne Hefezellen gäbe es keine Gärung und somit auch kein Bier. Hefe vermehrt sich während des Brauens selbst und nach dem Brauen können die Hefen gereinigt und wiederverwendet werden. Wir verwenden zum Brauen Reinzuchthefen, um eine gleichbleibende Bierqualität zu erhalten. Unterscheiden muss man zwischen ober- und untergärigen Hefen. Obergärige Hefe schwimmt bei der Gärung an der Oberfläche, untergärige Hefe setzt sich am Boden der Gärbottiche ab. Unsere Huber Weißbiere sind obergärige Biere, unser Graf Ignaz Pils, das Urhell und das Jägerbier sind untergärige Sorten.

"Bier ist der überzeugendste Beweis dafür, dass Gott den Menschen liebt und ihn glücklich sehen will."

(Benjamin Franklin)

Hofbrauhaus Freising - Brauprozess

Der Brauprozess

Das Braumalz ist der Grundstein für die Farbe und den Geschmack des Bieres. Dieser wird bereits in der Mälzerei gelegt. Der Brauer bestimmt durch die Auswahl des Malzes den Charakter des Bieres. Der Mälzer sorgt für die Entstehung und die Beschaffenheit des Malzes.

Zuerst werden die Getreidekörner gereinigt und sortiert. Dann wird Wasser dazugegeben. Darin muss das Getreide einige Stunden einweichen. Die Körner quellen auf und fangen an zu keimen. In diesem Prozess werden korneigene Enzyme aktiviert und die Zwischenzellwände aufgelöst. So entsteht Grünmalz, welches gedarrt (getrocknet) werden muss. Der Mälzer entscheidet mithilfe der Temperatur und dem Wassergehalt beim Darren über die Farbe des Malzes. Malz für Helles Bier wird bei etwa 80 Grad getrocknet, Malz für dunkles Bier bei etwa 100 Grad. Nach einer sorgfältigen Reinigung, wird das Malz an unsere Brauerei geliefert.

„Bier ist eine wahrhaft göttliche Medizin." (Paracelsus)

In der Brauerei muss das Braumalz zuerst geschrotet werden. Danach wird das Malz im Maischbottich mit Wasser zur „Maische" vermischt. In der Maischpfanne wird diese Mischung dann erhitzt. Dabei wandeln die im Malz enthaltenden natürlichen Enzyme die Stärke des Getreides in Maltose (Malzzucker) um. Während dieser Phase gehen die Stoffe des Malzes in die Flüssigkeit über.

„Das Gute am Weißbier: Es kann von elf Uhr morgens bis zum Frühstück getrunken werden." (Klaus Augenthaler)

Anschließend werden im Läuterbottich die festen Bestandteile der Maische von der Flüssigkeit getrennt, ein Reinigungsprozess. Nur die abfließende Würze gelangt in die Würzepfanne. In dieser wird der flüssigen Würze der Hopfen zugegeben. Der Sud bzw. die Würze wird zusammen etwa 90 Minuten gekocht.

„Ich würde all meinen Ruhm geben für einen Krug Bier und Sicherheit." (Shakespeare - aus Heinrich V.)

Nach dem Kochen werden im sogenannten „Whirlpool" verbliebene Trübstoffe aus der Würze entfernt. Dann wird diese heruntergekühlt und die Hefe hinzu gegeben. Die Gärung kann beginnen. Im Gärtank wandelt die Hefe den gelösten Malzzucker in Kohlensäure und Alkohol um. Wenn dieser Prozess fertig ist, wird die Hefe abgezogen. Das Jungbier ist fertig.

„Lasst niemals davon ab, Bier zu trinken, zu essen, euch zu berauschen, zu lieben und die schönen Tage zu feiern." (Aus dem alten Ägypten)

Das Jungbier kommt in den Lagertank, wo es bis zur Reife nachgären kann. Nach der Reifung werden bei den sogenannten „blanken", also klaren Bieren die letzten Hefereste entfernt. Nun kann das Bier abgefüllt werden.

© Deutscher Brauer-Bund